Presse 2003       [zurück]

Stuttgart, 9. Dezember 2002
 

Europameister Ingo Schultz machte in
München sein Meisterstück über 400 Meter

Stuttgart – Er hat dem Druck stand gehalten und die Erwartungen der Leichtathletikfans, der Trainer und Funktionäre erfüllt. In München lief er bei den Europameisterschaften sein Rennen über 400 Meter und holte sich die erhoffte Goldmedaille. Der Hamburger strahlte nach seinem Titelgewinn in München. „Ich bin überglücklich“, sagte er und bedankte sich auch beim Publikum. „Die Atmosphäre hat mir geholfen, es war phantastisch.“ 2002 war ein erfolgreiches Jahr für den deutschen „Mister Leichtathlet“, der als Aushängeschild des DLV gilt.

Vorbei sind Zeiten, als Ingo Schultz die Leichtathletikszene überraschte. Der Newcomer des Jahres 2001 räumte in dieser Saison fast alles ab, was es zu holen gab. Absoluter Höhepunkt war natürlich der „goldene Sturmlauf“ bei den Europameisterschaften im Olympiastadion in München. Es war der 8. August, als er vor 50.000 Zuschauern die Stadionrunde in Angriff nahm. Optimal vorbereitet zeigte er eine grandiose Leistung. „Es ist schon ein wahnsinniges Gefühl diesen Lauf zu gewinnen", erzählte Schultz am späten Abend und strahlte.

Der 2,01 Meter-Mann, der mit Jürgen Krempin einen Trainer und Vertrauten an seiner Seite hat, machte sportlich nach seiner sensationellen WM im Vorjahr und dem Gewinn der Silbermedaille alles richtig. Nach dem Triumph in München absolvierte er eine der längsten Ehrenrunden, die ein 400m-Läufer je zurücklegte. „Es war alles wie im Traum. Ich hatte schon vor dem Lauf auf meine erste große Ehrenrunde gehofft", äußerte Schultz, welcher völlig erschöpft die Stadionrunde im Gehen zurücklegen musste.

Der gebürtige Emsländer war aber nicht nur wegen seiner tollen Leistung im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die vielen Medienberichte rund um sein Privatleben zeigten auch die Schattenseiten des Erfolges.

Doch Schultz hat gelernt damit umzugehen, es war nicht leicht, wie er in einem Interview mit Eurosport sagte: „In den Sommermonaten kamen eine Menge privater Sachen hinzu. Ich musste mich einem harten Lernprozess unterziehen, der mich aber auch weitergebracht hat. Ich schotte mich nun wirkungsvoller ab."

Der Erfolg zeigte, dass das sportliche Duo Schultz/Krempin den richtigen Weg gewählt hatte. Beim Weltcup in Madrid überzeugte der 400 m-Läufer zum Saisonabschluss trotz aller Querelen nochmals mit einer tollen Zeit. „Ich habe Jürgen viel zu verdanken. Unser Weg wird auch in Zukunft gemeinsam weitergehen".

Allerdings hat sich Ingo Schultz erst vor wenigen Wochen zu einem Vereinswechsel entschlossen. Er wechselte von der LG Olympia Dortmund zurück in heimatliche Gefilde an die Elbe. Seinen Wechsel kommentierte er so: „Das Finanzielle hat auf beiden Seiten gestimmt. Ausschlaggebend war, dass ich in Hamburg wohne und trainiere. Hier habe ich das richtige Umfeld." An den Start geht er nun wieder für den TSG Bergedorf. Sein Ziel für das kommende Jahr ist klar: Bei den Weltmeisterschaften in Paris will er eine Medaille holen. Der Blick geht für ihn eindeutig in Richtung Sommer 2003 und deshalb hat der beste deutsche Leichtathlet des Jahres 2002 eine Entscheidung gefällt: „Eine Hallensaison werde ich in diesem Winter nicht bestreiten“, sagt er. Die Leichtathletik-Fans werden es akzeptieren und dürfen sich schon jetzt auf seine Auftritte über die 400 m im kommenden WM-Jahr freuen.
 
 

(c) Stuttgarter Messe- und Kongress GmbH 2002
Projektleitung WWW: EMB, Fellbach